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Steißbein tut weh

Steißbein tut weh - Was tun bei Steißbeinschmerzen?

Schmerzen im unteren Ende der Wirbelsäule sind häufig Steißbeinschmerzen. Spezialist Dr. Sigg informiert über "Kokzygodynie" = das Steißbein tut weh

Das Steißbein, Os coccygis, Os coccygeus oder kurz "Coccyx" selbst ist der leicht gebogene kleine unterste Abschnitt der Wirbelsäule. Die Form ähnelt dem Schnabel des  Kuckucksvogels und wird deshalb Kuckucksbein genannt. "Dynie" ist die Bezeichnung für "Schmerz". (Schmerzen z.B. der Achilles-Sehne nennt man zum Beispiel Achillodynie). Die Faszien rund um das Steißbein und deren winzigen, aber wichtigen Nervenknötchen sowie auch der hier entspringende Piriformismuskel verdienen sehr häufig eine gezielte, sowohl strukturelle wie funktionelle bioregenerative Therapie. Diese beinhaltet dann auch das gezielt (!) applizierte PRP aus dem Eigenblut in Verbindung mit einem Re-Balancing des Steißbeins und des Kreuzbeins im Beckenring durch ein spezifisches, sensomotorisches 4D-Training nach vorausgehender 4D-Analyse.

Steißbeinschmerzen (Kokzygodynie) können verschiedene Ursachen haben. Ob das Steißbein, seine Mini- Bandscheibe und seine Steißbein -Faszien aber überhaupt die Schmerzen auslösen, lässt sich in nur durch den Spezialisten sicher feststellen - und gezielt auch wieder beheben. Auslöser für Steißbeinschmerzen sind akute oder andauernde kleinste Prellungen der sensiblen Knochenhaut, des Periosts und Überdehnungen der feinsten Faszienverbindungen des Steißbeins mit der Umgebung. Ein Sturz auf das Gesäß kann die primär auslösende und nie wieder vollständig abklingende Ursache sein. Unser modernes sitzendes Leben (Auto, Fahrrad, Stuhl- auch angespannt vor dem PC ) ist aber wohl die  Hauptursache. Mehr als je zuvor. Einige Positionen und Übungen des Yoga sind für das Steißbein und sein "Wurzel-Chakra", dem "Muladhara" mitunter eine doch ziemlich ungewohnte zusätzliche Belastung. Wir erdulden wir ja schon eine ganze Weile die Corona-Krise, jetzt auch die Spannungen und Verwerfungen im Zusammenhang mit der Ukraine. Innere Daueranspannung. Kleinste repetitive Mikrotraumata und Überdehnungen der Knochenhaut um das Steißbein mit den hier ansetzenden tiefen Spinalfaszien können sich vor allem bei zusätzlichem Dauerstress sehr ungünstig auf die gesamte Region um das Steißbein hinter dem Beckenboden auswirken. Steißbeinschmerzen können sich sowohl auf harten wie auch auf ungünstigen weichen Polsterungen weiterentwickeln. Schwangerschaft und Geburt können häufig zu intensiven Schmerzen im Steißbein, aber auch im anatomisch angrenzenden Kreuzdarmbeingelenk ("ISG-Syndrom"), zu einem "Postpartum-Syndrom") mit sehr schmerzhaften Ausstrahlungen über die Hüften bis in den hier unter dem Piriformismuskel durchziehenden Ischiasnerv ("Piriformissyndrom") führen.

Mögliche Ursachen für Steißbeinschmerzen sind

  • Steißbeinprellung,
  • Steißbeinstauchung,
  • Steißbeinverrenkung
  • Steißbeinbruch mit und ohne
  • Steißbeinfehlkrümmungen 
  • Arthrose und Bandscheibenschäden wie 
  • Bandscheibenvorfall
  • Gynäkologische Erkrankungen
  • Entbindungen (Dammschnitt, Sectio)
  • Nervenschmerzen (Neuralgie) im Steißbeingeflecht (Ganglion impar!)
  • Reizung der Nervengeflechte zwischen Steißbein und After
  • Tumoren im Bereich des Steißbeins
  • Chirurgische Eingriffe im unteren Rücken, Becken und Bauchraum
  • Psychosomatische Ursachen z.B. als Folge von anhaltendem Stress.

Ständiger Stress kann die Nervengeflechte im Bereich des Kreuzbeins und des Steißbeins besonders schnell empfindlicher werden lassen - und auch ein hyperreagibles, ständig "feuerndes" Immunsystem liefert oft die Grundlage für Schmerzen im Steißbein mit ISG-Blockaden.

Steißbeinschmerzen (Kokzygodynien) äußern sich durch meist sehr intensive Schmerzen im Bereich des Steißbeins mit Krämpfen in die Umgebung. Die Symptome müssen also nicht auf die Region des Coccyx / Steißbeins allein begrenzt sein, sondern können auch bis in den Beckenboden, in das Becken, in die Hüften und in den Lendenbereich und sehr häufig sehr leidvoll auch in die Genitalregion ausstrahlen.

Die Schmerzen am Steißbein nehmen in der Regel im Sitzen zu. Zum Teil machen sie das Sitzen sogar unmöglich.  Steißbeinschmerzen verändern oft rapide die gesamte Körperhaltung, den Körperausdruck, vor allem auch das Gangbild. Außerdem führen Steißbeinschmerzen mitunter auch zu Schmerzen beim Stuhlgang, speziell bei Frauen auch beim Geschlechtsverkehr. Das Steißbein und seine Faszien im hinteren unteren Beckenring und im Beckenboden sind extrem sensibel! 

Um bei einer Kokzygodynie, bei Schmerzen im Steißbein und in seiner Umgebung eine korrekte Diagnose zu stellen, untersucht der Spezialist die Steißbeinspitze und den Übergang von Steiß- und Kreuzbein. Mit gezielt dosiertem Druck löst er vorsichtig die schmerzhafte Reaktion aus.

Bei einer Röntgenuntersuchung lassen sich bei vielen Patient*innen (es sind übrigens viel mehr weibliche Patientinnen als männliche Patienten) weitere Anhaltspunkte feststellen. Die Form des Steißbeines kann zu gerade oder zu sehr gebogen sein.  Eine "Sitz-Aufnahme im seitlichen Strahlengang" zeigt sich dann oft eine (schmerzhafte) Überbeweglichkeit. 

Die spezielle Computertomografie CT kann weitere Auffälligkeiten wie feine knöcherne "Spiculae" des Steißbeins, aber auch Veränderungen der Organe vor dem Steißbein aufzeigen. Zusätzlich kann auch ein MRT (Magnetresonanztomogramm) zur Darstellung etwaiger entzündlicher Aktivierungen angefertigt werden. Weitere strukturelle pathologische Veränderungen der Region und sogenannte Sakral-Zysten/Tarlov-Zysten spielen eine eher seltene, aber zu berücksichtigende Rolle.

Bei Steißbeinschmerzen (Kokzygodynie) besteht die Therapie vor allem darin, die Schmerzen zu lindern.

Schmerzmittel

Schmerzmittel = Analgetika und NSAR wie Ibuprofen können das Symptom Steißbeinschmerzen lindern (unterdrücken). Zu häufig eingenommen, können sie aber sehr negative Nebenwirkungen verursachen. Die Ursache schwelt aber weiter.

Lokalanästhetika mit oder ohne Steroide

Zur Therapie der Steißbeinschmerzen können in die betroffene Stelle Medikamente gespritzt werden. Das muss durch einen Spezialisten erfolgen: die Region könnte bei bei nicht exakter Durchführung unwiederbringlich geschädigt werden. Die Bild-Kontrolle mittels eines Röntgen-Bildwandlers (C-Bogens) oder auch mittels eines CTs ist deshalb zwingend erforderlich. Wirkstoffe aus der Gruppe der Steroide können entzündliche Reizungen in diesem Bereich hemmen. Plasmaproteine und Blutplättchen aus dem "Eigenblut" / PRP müssen in dieser heiklen anatomischen Region exakt gezielt angewendet werden.

Physiotherapie und Physikalische Therapien

Physiotherapeutische Optionen wie eine "Mobilisation" oder Manipulation des Steißbeins können manchmal hilfreich sein. Als ausgebildeter Manualtherapeut und Osteopath behandle ich das Steißbein allerdings nie osteopathisch und habe in meiner langjährigen Tätigkeit auch nie gehört, dass diese Techniken wirklich zu einem anhalten positiven Resultat geführt hätten. Vielleicht sehe ich ja auch nur diejenigen Patientinnen und Patienten, bei denen sämtliche "Steißbein-Manipulationen" versagt haben. Bei den oft unsäglichen Leidenszeiten gehe ich immer gleich sehr gezielt und möglichst nachhaltig über gezielte minimalinvasive kleine Interventionen mit den bereits erwähnten PRP-Infiltrationen vor. Wenn diese aber versagen, arbeite ich mit Algesiologen in München zusammen, die mittels spezieller physikalischer Sonden eine entsprechende "Neuromodulation" als kurzstationäre Maßnahme durchführen können.

Sitzkissen

Ein weiches Sitzkissen, ein weiches U-förmiges Sitzkissen, ein O-förmiges Donut oder auch ein weicher Sitzkeil mit Aussparung können bei akuten Schmerzen am Steißbein das Sitzen erleichtern. Sitz-Hilfen helfen leider nicht bei allen Steißbeinschmerzen, sollten natürlich immer auch in Betracht gezogen werden.

Psychotherapie

Wenn Steißbeinschmerzen tatsächlich psychosomatische Ursachen haben, bietet sich als weiterführende Maßnahme eine Psychotherapie an (... wobei auch hier das Sitzen oft ein erhebliches Hindernis zu sein scheint...!)

Eine sichere Prophylaxe von chronischen und immer weitere Folgen nach sich ziehende Steißbeinschmerzen (Kokzygodynien) ist oft kaum möglich. Steißbeinverletzungen (nach einem Sturz oder nach einer Geburt) sollten möglichst rechtzeitig sofort mit der entsprechenden Expertise gezielt behandelt werden. Organische Probleme im Becken, in der Hüfte und im unteren Rücken sollten rechtzeitig definiert und dann gezielt therapeutisch angegangen werden. Das Schlüsselwort bei "Coccygodynie" ist aber auch: Sensomotorik.


Bitte beachten Sie, daß diese Patienteninformationen in keinem Fall den persönlichen Kontakt zu einem Facharzt Ihres Vertrauens zu ersetzen vermag! Sie sollen lediglich eine breitere Basis zum Verständnis für weiterführende Maßnahmen in einer fachärztlichen Praxis schaffen! Zu Indikation, Risiken und Nebenwirkungen einer Therapie kann nur ein Facharzt Ihres Vertrauens bei einem persönlichen Kontakt rechtsverbindlich informieren!


Im Team stark! Spezialisten für Bandscheibe, ISG und Steißbein

Durch Kooperationen mit spezialisierten Kliniken und Fachärzten aus Oberschwaben, dem Allgäu und der Bodensee Region wird die Versorgung der Patienten mit Bandscheibenvorfall, Iliosakralsyndrom, Facettensyndrom, Hexenschuss, Spinalkanalstenose, Rheuma, Arthrose oder Ischias ständig verbessert. Das Einzugsgebiet für auserwählte Kooperationen umfasst Kliniken und andere Spezialisten in ganz Süddeutschland.