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Dr. Peter Sigg schreibt ...

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Steißbein tut weh - Was tun bei Steißbeinschmerzen?

Schmerzen im unteren Bereich der Wirbelsäule können Steißbeinschmerzen (Kokzygodynie) sein. Das Steißbein tut weh? Steißbein- (Coccyx-) Spezialist Dr. Peter Sigg informiert.


Das Steissbein
Das Steissbein

Steißbeinschmerzen - in der medizinischen Fachsprache Coccygodynien - sind Schmerzen am unteren Ende der Wirbelsäule. Die Knochenrinden des Steißbeins und des Kreuzbeins sind häufig die Ursache von tiefen Rückenschmerzen und Ischias. Auch ständige ISG-Blockaden, Ischias, Schmerzen tief im Gesäß und ein nicht mehr "rundes" verkrampftes Gangbild haben ihre Ursache häufig im Bereich des Steißbeins, des Kreuzbeins, der Bandscheiben sowie der sensiblen Core-Faszien einschließlich des Ligamentum sakrotuberale und des Ligamentum sakrospinale. Die Faszien ziehen auch von der Mini-Bandscheibe zwischen dem Kreuzbein und dem Steißbein sowie den Bandscheiben L4/L5 und L5/S1 tief in das Gesäß zu den Darmbeinen sowie dem Piriformismuskel und dem "Sitzbein" (Tuber ossis ischii).


Das Steißbein, Os coccygis / Os coccygeus oder kurz "Coccyx" selbst ist der leicht gebogene kleine unterste Abschnitt der Wirbelsäule. Die Form ähnelt dem Schnabel des Kuckucksvogels und wird deshalb Kuckucksbein genannt. "Dynie" ist die Bezeichnung für "Schmerz". (Schmerzen z.B. der Achilles-Sehne nennt man zum Beispiel Achillodynie). Die Faszien rund um das Steißbein und deren winzigen, aber wichtigen Nervenknötchen sowie auch der hier entspringende Piriformismuskel bedürfen häufig einer gezielten sowohl strukturellen wie funktionellen bioregenerativen Therapie. Gezielt(!) appliziertes PRP aus dem Eigenblut in Verbindung mit einem Re-Balancing des Steißbeins und des Kreuzbeins im Beckenring durch ein spezifisches sensomotorisches 4D-Training nach vorausgehender 4D-Analyse sind die neue therapeutische/regenerative Lösung.


Bilder zu Steißbein


Das Steißbein tut weh - Ursachen

Steißbeinschmerzen (Kokzygodynie) können verschiedene Ursachen haben. Ob das Steißbein, seine Mini- Bandscheibe und seine Steißbein -Faszien aber überhaupt die Schmerzen auslösen, lässt sich in nur durch den Spezialisten sicher feststellen - und gezielt auch wieder beheben. Auslöser für Steißbeinschmerzen sind akute oder andauernde kleinste Prellungen der sensiblen Knochenhaut, des Periosts und Überdehnungen der feinsten Faszienverbindungen des Steißbeins mit der Umgebung. Ein Sturz auf das Gesäß kann zwar auch die primär auslösende und nie wieder vollständig abklingende Ursache sein. Aber unser modernes, sitzendes Leben (Auto, Fahrrad, Stuhl- auch angespannt im Stress vor dem PC ) ist wohl die Hauptursache. Mehr als je zuvor. Für das Steißbein und sein "Wurzel-Chakra" - dem "Muladhara" - mitunter eine doch ziemlich ungewohnte zusätzliche Belastung.


Wir erdulden wir ja schon eine ganze Weile zunehmenden Stress, die oft autoritären Regierungsmaßnahmen in der Corona-Krise, momentan auch die Spannungen und Verwerfungen im Zusammenhang mit der Ukraine, die Inflation etc.pp. Stress, innere Daueranspannung.


Kleinste repetitive Mikrotraumata und Überdehnungen der Knochenhaut um das Steißbein mit den hier ansetzenden tiefen Spinalfaszien können sich bei zusätzlichem Dauerstress sehr ungünstig auf die gesamte Region um das Steißbein auswirken. Schwangerschaft und Geburt führen häufig zu intensiven Schmerzen im Steißbein, aber auch im anatomisch angrenzenden Kreuzdarmbeingelenk ("ISG-Syndrom"), zu einem "Postpartum-Syndrom" mit schmerzhaften Ausstrahlungen über die Hüften bis in den hier unter dem Piriformismuskel durchziehenden Ischiasnerv ("Piriformissyndrom").


Mögliche Ursachen für Steißbeinschmerzen:

  • Steißbeinprellung,

  • Steißbeinstauchung,

  • Steißbeinverrenkung

  • Steißbeinbruch mit und ohne

  • Steißbeinfehlkrümmungen

  • ISG-Arthrose und Bandscheibenschäden

  • Bandscheibenvorfall

  • Gynäkologische Erkrankungen

  • Entbindungen (Dammschnitt, Sectio)

  • Nervenschmerzen (Neuralgie) im Steißbeingeflecht (Ganglion impar)

  • Reizung der Nervengeflechte in den Core-Faszien

  • Tumoren im Bereich des Steißbeins

  • Chirurgische Eingriffe im unteren Rücken und im Becken


Steißbein tut weh - Symptome

Steißbeinschmerzen (Kokzygodynien) äußern sich durch meist sehr intensive Schmerzen im Bereich des Steißbeins mit Krämpfen in die Umgebung. Die Symptome müssen also nicht auf die Region des Coccyx / Steißbeins allein begrenzt sein, sondern können auch bis in das Becken, in die Hüften und in den Lendenbereich ausstrahlen.


Die Schmerzen am Steißbein nehmen in der Regel im Sitzen zu. Zum Teil machen sie das Sitzen sogar unmöglich. Steißbeinschmerzen verändern oft auch rapide die gesamte Körperhaltung, den Körperausdruck und das Gangbild.


Steißbein tut weh - Diagnose

Um bei einer Kokzygodynie, bei Schmerzen im Steißbein und in seiner Umgebung eine korrekte Diagnose zu stellen, untersucht der Spezialist das Steißbein selbst und den Übergang vom Steißbein zum Kreuzbein. Mit gezielt dosiertem Druck löst er vorsichtig die schmerzhafte Reaktion aus.


Bei einer Röntgenuntersuchung lassen sich bei vielen Patient*innen (es sind übrigens viel mehr weibliche Patientinnen als männliche Patienten) weitere Anhaltspunkte feststellen. Die Form des Steißbeines kann zu gerade oder zu sehr gebogen sein. Eine "Sitz-Aufnahme im seitlichen Strahlengang" zeigt sich dann oft eine (schmerzhafte) Überbeweglichkeit.


Die spezielle Computertomografie CT kann weitere Auffälligkeiten wie feine knöcherne "Spiculae" des Steißbeins, aber auch Veränderungen der Organe vor dem Steißbein aufzeigen. Zusätzlich kann auch ein MRT (Magnetresonanztomogramm) zur Darstellung etwaiger entzündlicher Aktivierungen angefertigt werden. Weitere strukturelle pathologische Veränderungen der Region und sogenannte Sakral-Zysten/Tarlov-Zysten spielen eine etwas seltenere, aber zu berücksichtigende Rolle.


Steißbein tut weh - Therapie

Bei Steißbeinschmerzen (Kokzygodynie) werden verschiedene therapeutische Optionen bis hin zur cirurgischen Entfernung des Steißbeins erforderlich.


Schmerzmittel


Schmerzmittel = Analgetika und NSAR wie Ibuprofen können das Symptom Steißbeinschmerzen lindern (unterdrücken). Zu häufig eingenommen, können sie aber sehr negative Nebenwirkungen verursachen. Die Ursache schwelt aber weiter.


Lokalanästhetika mit oder ohne Steroide


Zur Therapie der Steißbeinschmerzen können in die betroffene Stelle Medikamente gespritzt werden. Das muss durch einen Spezialisten erfolgen: die Region könnte bei einer nicht exakten Durchführung unwiederbringlich geschädigt werden. Die Bild-Kontrolle mittels eines Röntgen-Bildwandlers (C-Bogens) oder auch mittels eines CTs (mit mehr Strahlung!) ist deshalb zwingend erforderlich. Wirkstoffe aus der Gruppe der Steroide können entzündliche Reizungen in diesem Bereich hemmen. Plasmaproteine und Blutplättchen aus dem "Eigenblut" / PRP müssen in dieser heiklen anatomischen Region exakt gezielt angewendet werden.


Physiotherapie und Physikalische Therapien


Vielleicht sehe ich ja nur diejenigen Patientinnen und Patienten, bei denen sämtliche "Steißbein-Manipulationen" versagt haben.


Bei den oft unsäglichen Leidenszeiten gehe ich dann aber sehr gezielt und möglichst nachhaltig über minimalinvasive kleine Interventionen mit PRP-Infiltrationen aus dem Eigenblut vor. Wenn diese versagen, arbeite ich mit Algesiologen in München zusammen, die mittels spezieller physikalischer Sonden eine "Neuromodulation" als kurzstationäre Maßnahme durchführen können.


Sitzkissen


Ein weiches Sitzkissen, ein weiches U-förmiges Sitzkissen, ein O-förmiges Donut oder auch ein weicher Sitzkeil mit Aussparung können das Sitzen erleichtern: Sitz-Hilfen helfen leider nicht bei allen Steißbeinschmerzen, sollten aber natürlich immer auch in Betracht gezogen werden.


Psychotherapie


Wenn Steißbeinschmerzen tatsächlich psychosomatische Ursachen haben, bietet sich als weiterführende Maßnahme eine Psychotherapie an (wobei auch hier das Sitzen oft ein erhebliches Hindernis zu sein scheint...).


Trotzdem lässt sich die Ultima ratio, die schonende Entfernung des Steißbeins mitunter nicht wirklich verhindern.


Steißbein tut weh - Vorbeugen

Eine sichere Prophylaxe von chronischen und immer weitere Folgen nach sich ziehende Steißbeinschmerzen (Kokzygodynien) ist oft kaum möglich. Steißbeinverletzungen (nach einem Sturz oder nach einer Geburt) sollten möglichst rechtzeitig sofort mit der entsprechenden Expertise gezielt behandelt werden. Das Schlüsselwort bei "Coccygodynie" ist aber wie beim ISG-Syndrom: "Sensomotorik".


 

Hinweis von Praxis Dr. Sigg

Bitte beachten Sie, daß diese Patienteninformationen in keinem Fall den persönlichen Kontakt zu einem Facharzt Ihres Vertrauens zu ersetzen vermag! Sie sollen lediglich eine breitere Basis zum Verständnis für weiterführende Maßnahmen in einer fachärztlichen Praxis schaffen! Zu Indikation, Risiken und Nebenwirkungen einer Therapie kann nur ein Facharzt Ihres Vertrauens bei einem persönlichen Kontakt rechtsverbindlich informieren!

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